REFERENZ
Digitales Card-Board für einen Automobilzulieferer
Farbcodierte Papierlaufzettel digital gespiegelt statt ersetzt: dieselbe Geometrie auf großen Touch-Monitoren — und die Fertigungsdaten stehen in Echtzeit im ERP statt erst am Schichtende.

BRANCHE
Automobilzulieferer (Tier 2)
LEISTUNGEN
Workflow-Integration, Custom Web-App, Legacy-Bridge
ZEITRAUM
2011 · 6 Monate
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Ausgangslage
Physische Laufzettel begleiteten jedes Bauteil durch die Montagelinien, doch das zentrale ERP wurde nur am Ende jeder Schicht per manuellem Sammellauf aktualisiert. Die Folge waren regelmäßiger Datenverzug, nicht passende Stückzahlen und ungenaue Bestände. Die Unternehmensleitung drängte auf eine sofortige Volldigitalisierung mit robusten Tablets an jedem einzelnen Montageplatz.
Die Werker arbeiteten seit über zwei Jahrzehnten mit schweren, farbcodierten Papierkarten. Schichtführer und Bediener erfassten den Produktionsstatus und dringende Aufträge aus fünfzehn Metern Entfernung allein an Anordnung und Farbe der Karten auf den Staging-Rahmen. Kleine, fettige Dropdown-Listen auf Tablets hätten dieses eingeübte visuelle Denkmodell zerstört, die Ausbringung gesenkt und massiven Widerstand ausgelöst.
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Vorgehen
Statt ein abstraktes, tabellenbasiertes Software-Raster überzustülpen, haben wir eine eigene Web-Anwendung entworfen — das „Digitale Card-Board“. Die Oberfläche übernahm Geometrie, Farbwelt und Typografie der Original-Papierkarten eins zu eins. Große Touch-Industriemonitore wurden direkt an den bestehenden Staging-Rahmen montiert; die Bediener bewegten die digitalen Karten per einfacher Wischgeste, die ihren gewohnten Handgriff exakt nachbildete.
Technisch setzten wir als Zweierteam ein schlankes, reaktionsschnelles Frontend für die Touch-Hardware auf. Es sprach mit einer von uns entwickelten On-Premise-Middleware, die als nicht-invasiver Terminal-Emulator arbeitete: Sie fing die Gesten auf dem Shop Floor ab und übersetzte sie im Hintergrund in Tastatur-Makros, die die Daten direkt in das bestehende IBM-AS/400-ERP einspielten — ohne Eingriff in das Altsystem.
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Ergebnis
Der Datenverzug im ERP sank von vier bis acht Stunden Rückstand auf nahezu Echtzeit — unter zwei Sekunden. Bestände und Stückzahlen stimmten damit wieder mit der tatsächlichen Lage auf der Linie überein.
Weil die Oberfläche das historische Denkmodell der Bediener respektierte, war die Akzeptanz vom ersten Tag an hoch; die Einarbeitung dauerte weniger als dreißig Minuten pro Schichtgruppe. Die gewohnten visuellen Statushinweise blieben vollständig erhalten.
EUER PROJEKT